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12 AGENDA
EXPOTIPP
FOTOGRAFIE
Vernetzte Armut
Luc Caregari
Der palästinensische Fotograf Raed die Nummer seiner Identitätskarte - Bawayah beschäftigt sich in seinen nachhaltig prägte. Ein Jahr später preisgekrönten Fotoserien mit gewann er mit einer Residenz in der Schicksalen, die dem seinen ähneln - „Cité Internationale des Arts“ in Paris, und zeigt ein Menschenbild, das sein Ticket für Reisen rund um den Armut und Repression mit Würde Globus.
vereint.
Die Ausstellung „Empreintes de Raed Bawayah ist ein Kämpfer. Im Passages“, die zur Zeit in der Abtei
Westjordanland als eines von neun Neumünster im Rahmen des Projekts Kindern einer alleinstehenden Mutter „Regard de l’autre/Regarde l’autre“ geboren, stand sein Schicksal eigent- des „Comité pour une paix juste au lich schon fest: Er würde, wie seine Proche Orient“ zu sehen ist, zeigt Geschwister auch, sich wohl sein eine Übersicht seiner Fotoserien und Leben lang als Gelegenheitsarbeiter Einzelausstellungen. Im Mittelpunkt im benachbarten Israel durchschlagen seiner Arbeiten steht immer wieder müssen. Obwohl schon als Kind von der Mensch. Es handelt sich aber nie der Fotografie fasziniert, arbeitete er um „einfache“ Porträtaufnahmen, bis zu seinem 28. Lebensjahr haupt- denn Bawayah versucht immer, sächlich auf Baustellen, bis er eines sein Umfeld, seine Arbeit und seine Tages den Entschluss fasste, sich an Lebensumstände mit einzubringen. der Naggar School, einer Kunstschule Und so gelingt es ihm, Schicksale, die in Israel, vorzustellen. Obwohl er wir zwar vielleicht aus der tagtäglichen nicht einmal einen Fotoapparat besaß, Medienflut kennen, aber kaum mehr geschweige denn ein Portfolio präsen- richtig wahrnehmen, wieder ins rechte tieren konnte, nahm die Schule ihn Licht zu rücken und den Menschen an. Sie hielt auch zu ihrem Studenten, Würde zu verleihen. als die zweite Intifada losbrach und
er sich an den Checkpoints vorbei- Was einige Besucher sicher erstaunen drücken musste, um zu seiner Schule wird, ist, dass Bawayah nicht unbe- zu gelangen. Einmal erwischte es ihn dingt den Akzent auf das Schicksal doch, und er verbrachte zwei Wochen seines Volkes unter der israelischen hinter Gittern. Ein Erlebnis das ihn Besatzung legt, sondern dieses als nicht mehr losließ und seine Arbei- Ausgangspunkt nimmt, um das Volk ten - zumal die Serie „ID925596611“, der Palästinenser mit anderen Orten
woxx | 17 04 2015 | Nr 1315 EXPO
Avoir lieu
NEW photographies de Laurence Aëgerter, Renaud August-Dormeuil, Joël Bartholoméo, Bruno Baltzer & Leonora Bisogna, Société générale Bank and Trust (11-13, av. Emile Reuter, tél. 47 93 11-1), du 22.4 au 15.5, lu. - ve. 8h30 - 17h.
Raed Bawayah :
Empreintes de passage photographies, cloître Lucien Wercollier au Centre culturel de rencontre Abbaye de Neumünster (28, rue Münster, tél. 26 20 52-1), jusqu’au 28.4, tous les jours 11h - 18h.
Siehe nebenstehenden Artikel.
Laurianne Bixhain : Illumination is the New Interior Sensation installation, Kiosque Aica (avenue Marie-Thérèse), jusqu’au 29.5, en permanence.
« (...) l‘exposition (...) pour fêter la renaissance du kiosque Aica, est un projet digne de la petite plateforme. » (lc)
Sylvie Blocher :
S’inventer autrement Musée d’art moderne Grand-Duc Jean (parc Dräi Eechelen, tél. 45 37 85-1), jusqu’au 25.5, me. - ve. 11h - 20h,
sa. - lu. 11h - 18h.
Visites guidées les lu. 12h30 (F/L/GB et/ou D), ve. + sa. 16h (F), di. 15h (D), 16h (L), lu. 16h (D/L), me. 17h45 (GB) et chaque premier dimanche du mois 11h (GB).
„So erweist sich die Ausstellung als vielschichtige, intelligente, doch in Teilen etwas laute Schau und wirkt durch ’Dreams Have a Language’ wie ein Rummel, auf dem Kunst am eigenen Körper erfahren werden kann.“ (avt)
Daniele Bragoni et Chikako Kato espace Mediart (31, Grand-Rue, tél. 26 86 19-1, www.mediart.lu), jusqu’au 24.4, lu. - ve. 10h - 18h et week-ends sur rendez-vous.
Breaking the Silence
NEW salles voûtées du Centre culturel de rencontre Abbaye de Neumünster (28, rue Münster, tél. 26 20 52-1),
du 19.4 au 3.5, tous les jours 14h - 21h.
Vernissage ce sa. 18.4 à 17h, suivi d‘une conférence à 18h.
Alltag im Westjordanland.
und Menschen zu vernetzen. So führt uns die Fotoserie im Kreuzgang der alten Abtei aus dem Westjordanland nach Transsylvanien, wo dem Foto- grafen eindringliche Aufnahmen vom einfachen rumänischen Landleben gelungen sind. Auch Deutschland ist vertreten, mit einem Porträt einer obdachlosen Jugendlichen in Stuttgart, die sich an einer öffentlichen Wasser- fontäne erfrischt. Und Russland und sogar Österreich, wo Bawayah die Einsamkeit und Zurückgezogenheit suchte, die Klöster verheißen. Aber das besondere Augenmerk galt sicher seinem Adoptivland Frankreich, wo er sich auf das Schicksal der am radi- kalsten ausgestoßenen Minderheit des Landes konzentrierte, den Sinti und Roma, die vielerorts in improvisierten Lagern vor sich hin vegetieren.
Das Frappierende an Bawayahs Werk ist wohl, dass man die Plaketten unter den Bildern allesamt austauschen könnte und doch kaum einen Un- terschied merken würde - in diesem Sinne ist Palästina überall, und überall ist Palästina. Soviel Empathie zu erzeugen, ohne ein einziges Wort, nur indem man Bilder sprechen lässt – das ist wohl die hohe Kunst der Fotografie.
In der Abtei Neumünster bis zum 28. April.

